BDSM-Literatour
von Jona Mondlicht / 24. Februar 2026 / Keine Kommentare / Podcast
Passen BDSM und Literatur zusammen? Würden wir ohne Literatur die Gesellschaft und BDSM heute vielleicht anders verstehen?
Gemeinsam mit Devana begebe ich mich in einer Folge des BDSM-Podcasts auf eine kurzweilige Tour durch die sadomasochistische Literatur. Wir durchqueren mehrere Jahrhunderte und suchen nach literarischen Denkmälern oder Schauplätzen der Entwicklung und des Verständnisses von BDSM.
In der Antike starten wir die Tour, ab dem 16. Jahrhundert nimmt sie Fahrt auf. Im 18. Jahrhundert schauen wir auf philosophische Radikalität und Gewalt, ein Jahrhundert später erleben wir das Entstehen von psychiatrischen und literarischen Begriffen. Im 20. Jahrhundert blicken wir auf eine selbstbewusste Subkultur, die darum kämpft, die Unterscheidung zwischen einvernehmlicher Neigung und Gewalt klar zu kommunizieren. Wir enden im Hier und Jetzt.
Wir haben Werke ausgewählt, die unserer Meinung nach Einfluss auf die Entwicklung des Verständnisses von BDSM nahmen. Es gibt weitere Bücher, Fachartikel oder Arbeiten, die genauso gut genannt werden könnten und ebenso Einfluss auf Terminologien, Aufklärung oder gesellschaftliche Akzeptanz nahmen. Wir mussten uns aber beschränken.
Mittlerweile ist das Thema BDSM in der schnelllebigen, leider häufig klischeebehafteten, kommerziellen Unterhaltungsliteratur angekommen. BDSM dient oftmals als Deckmantel für Handlungen, die schon bei oberflächlicher Betrachtung nichts mit Einvernehmlichkeit gemein haben. Gelegentlich wird sogar Gewalt in ein BDSM-Kleidchen gezwängt und als psychische Störung eines Protagonisten entschuldigt. Solchen Werken liegt wenig positiver Einfluss auf Verständnis und Entwicklung von BDSM inne, darum haben sie es nicht in die Auswahl der Orte unserer Reiseroute geschafft. Oftmals handelt es sich nur um weitere fünfzig, schnell konsumierbare Grautöne.
Vielleicht können wir mit dem Podcast nicht nur dein Interesse für die Entwicklung der BDSM-Literatur wecken, sondern dich dafür begeistern, ein Buch in die Hand zu nehmen.
